Einmal um den Absatz, bitte.

Schroffe Felsen an der Küste – wir lieben es! Viele Italiener bevorzugen den Sandstrand. Klar hat der auch seine Schönheit. Und im flachen Wasser ins Meer hinaus zu spazieren hat auch seinen Reiz.

Doch wir springen lieber von der Felskante ins tiefe, blaue Meer und bestaunen die Unterwasserwelt, die sich in den Ritzen und Spalten versteckt.

Heiss ist es hier – doch die Fahrt an der Küste ist sehr entspannt und es hat wenig Verkehr. Viel trinken ist angesagt: tagsüber meist Wasser – es darf aber auch mal so was sein …

Quasi 1.5 Liter Campari Soda … herrlich bitter, eiskalt, ohne Alkohol.

Olivenbäume hat es viele – zum Teil recht skurrile Formen. Wie wir später lernen sind hier viele wegen einer Krankheit kaputt gegangen. Schade, denn die Bäume sind prächtig und kräftig. Sie passen in diese Landschaft.

Um die Mittagszeit fahren wir meist nicht mehr weiter. Auch ein Lido mit Liegestuhl und Sonnenschirm gönnen wir uns mal. Oft suchen wir auch nur Schatten und lassen die Zeit vergehen.

Einige Male haben wir irgendwo unterwegs übernachtet. Regen gibt es kaum mehr und wir stellen nur noch das Innenzelt auf – das gibt mehr Luft, denn es kühlt jetzt in der Nacht auch nicht mehr so stark ab.

Auf der Ostseite des italienischen Absatzes ist die Küste sehr steil und es hat relativ wenige Orte. Eine Bar lässt sich am Morgen jedoch meist finden, und wir geniessen unseren Capuchino mit Brioche – oder wie hier üblich auch mal ein feines Mürbegebäck.

Santa Maria de Leuca ist die Stadt an der Südspitze des Absatzes. Ein paar Kilometer weiter nach Westen finden wir einen Zeltplatz, der fast mehr einem botanischen Garten gleicht. Francesco heisst der Künstler, der dieses kleine Paradies gestaltet hat.

Beim einchecken auf dem Campingplatz spricht uns die Frau am Empfang bald auf Schweizerdeutsch an – denn sie stammt von Dübendorf und ist mit 30 hierher gezogen mit ihrem Mann. Die Beiz und Bar sind zwar nicht mehr im Betrieb auf dem Campingplatz – dafür hat es einen Getränkeautomaten, der auf Knopfdruck feinste heisse Schoggi in Selecta-Qualität produziert.

Unsere Reise geht weiter und wir fahren im Westen an der Absatzspitze wieder hoch.

Iren lacht bald im neuen weissen Kleid. Sie hat es bei einem Strandverkäufer erstanden: ein sehr entspannter Typ. „Non ché lavoro qui“, sagt er – und wirkt doch sehr zufrieden und glücklich.

Der Torre del Sud steht recht einsam da. Belebungsmassnahmen sind wohl geplant – zumindest wird aufwändig gebaut in der Nähe.

Iren findet den passenden Hut zum Strandkleid – Kleider machen Leute!

Gallipoli kommt näher. Wieder mal eine richtige Stadt.

Bei der Kirche entdecken wir einen Kunstflechter, der wunderbare Objekte schafft – einige praktisch, aber alle wunderschön.

Anita aus Zug hat uns diesen Tipp gegeben und wir finden auch den alten Reusenflecher unten am Hafen.

Bei so viel Routine beim Flechten bleibt auch genügend Aufmerksamkeit für viele Gespräche.

Als wir weiter fahren wollen und zurück gehen zu unseren Velos, treffen wir Salvatore. Nach dem er herausgefunden hat, dass wir aus der Schweiz kommen, sprudelt es los: In Frauenfeld habe er für Hero als Mechaniker gearbeitet. Er liebt das Velofahren und hat ein Schweizer Militärvelo zu Hause – er ist sogar mal die ganze Strecke bis nach Gallipoli per Velo gefahren.

Jetzt ist wieder Wochenende und der Strand ist voller als sonst. Auf der Westseite des Absatzes ist das Meer einfacher zugänglich und die Ortschaften sind lebendiger.

Noch lieber als den Supermarkt mögen wir die kleinen Geschäfte. Wenn man freundlich ist, dann kommt das auch von den Leuten zurück. So kann es sein, dass man beim Einkaufen an der Theke einen Kaffee offeriert bekommt. Einfach so weil das Leben Freude macht. Zugegeben: wir haben dann auch gleich ein Päckli Kafi gekauft – denn schliesslich werde der nur hier so geröstet. Aber das passt schon 🙂

Baden und Essen – die meisten Italiener lieben das wohl auch. Einen habe ich getroffen, der hasst den Sommer. Seine Passion sei der Winter und das Fischen gesteht er mir auf italienisch und ganz langsam und deutlich gesprochen.

Sommer und Hitze – im Moment geniessen wir das noch sehr.

Das holländische ältere Ehepaar, das wir auf dem Campingplatz angetroffen haben, macht sich auf den Heimweg. Erst im Herbst reisen sie wieder in den Süden.

Wir werden sehen.

Montenegro – ein neuer Plan

Tagsüber den Strand zu geniessen und am frühen Morgen fahren ist wohl ein guter Plan. Und die Strände und Buchten sind wirklich wunderbar.

Dennoch sind wir etwas gefangen: Es gibt meist nur die eine Küstenstrasse und obwohl die Autos und Lastwagen meist rücksichtsvoll fahren, ist es mühsam. In die Berge wollen wir nicht. Erst mal weiter nach Bar. Wir fahren schon um 05:30 los und erreichen Bar gerade rechtzeitig als die ersten Bäcker ihre frischen Waren in die Auslage legen. Fein … und Iren macht ihren Morgenschwumm.

Bar ist eine neuere Stadt und sehr authentisch, lebendig (nicht wie z.B. Tiva, das sehr pompös und touristisch ist).

Wir fassen einen neuen Plan ins Auge: von Bar nach Bari fährt eine Fähre – zurück nach Italien. Der Entscheid ist nicht leicht – doch wie sich bald zeigen wird doch sehr gut.

Da die Fähre erst am Abend fährt, beschliessen wir einen Abstecher nach Stari Bar (Alt Bar) zu machen. Der historische Teil von Alt Bar ist eine Ruine, die teilweise wieder in Stand gestellt ist und für kulturelle Zwecke genutzt wird. Der Ausblick in die „schwarzen Berge“ ist atemberaubend.

Zum Mittagessen geniessen wir einen Gemüseteller in einem der zahlreichen Restaurants an der Hauptgasse. Der Kellner erinnert uns sehr an Sämi aus dem Tessin – gell, Anna 🙂

Die Fähre soll um 21 Uhr losfahren. Zurück am Hafen in Bar treffen wir eine andere Velofahrerin. Frida ist 67 und reist alleine mit dem Velo. Sie kommt gerade aus Albanien und bestätigt uns, dass der Verkehr für die Velofahrer wirklich ein Problem ist. Schade – um so mehr freuen wir uns jetzt auf Italien.

Pilote kommt an Bord.

Die Überfahrt dauert keine 10 Stunden und das Meer ist recht ruhig.

Von Bari aus fahren wir der Küste entlang nach Süden. Kaum zu glauben, doch das Meer riecht hier ganz anders – irgendwie würziger.

Macht Lust auf einen feinen Apero mit Meeresfrüchten. Gesagt – getan. Miam.

Die Küstenstrasse hier verläuft parallel zur Autobahn und hat deshalb wenig Verkehr und zeitweise sogar einen separaten mit Oleander gesäumten Veloweg.

Mir gefällt die einfache, schnörkellose Art der Hotels, Häuser und generell der Architektur. Sehr pragmatisch und klar.

Auf unserem Weg liegt Polignano a Mare. Die Altstadt steht auf den Klippen. Etwas viel Trubel.

Vor Monopoli finden wir einen Platz zum Übernachten in Mitten einer Wiese umgeben von Trulli.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Monopoli. Da waren wir vor einigen Jahren schon mal während den Osterferien – es war kalt und doch wunderschön. Wie wird es jetzt wohl sein, bei diesen sommerlichen Temperaturen?

Kurz gesagt – super. Das Meer ist klar und kühl. In den Gassen der Altstadt weht ein erfrischender Wind. Die Italiener sind sehr freundlich. Uns ist es richtig wohl.

Mit AirBnB finden wir ein Studio, Parterre an einer kleinen Piazza gelegen. Die Wohnungstür führt direkt aufs Trotoir.

Auf dem Platz befindet sich ein Karussell, das sich am Abend leuchtend dreht und Kinder erfreut.

Gleich gegenüber von uns steht eine Tafel mit den Todesanzeigen. Sie wird rege besucht – meist von älteren Menschen.

Das unsere Reise in Italien weitergeht, hätten wir nicht gedacht. Wir möchten den ganzen Absatz des italienischen Stiefels umfahren – mal sehen, ob uns dies gelingt. Die Zeichen stehen gut!

Bella Italia.

Mljet – und ein neuer Rhythmus

Etwas nördlich von Dubrovnik liegt die Insel Mljet. Wir können die Insel per Auto-Fähre erreichen. Das Warten im Hafen ist sehr angenehm …

… Wartesaal mit Meerblick. Auch die Katzen geniessen die Ruhe im Hafen.

Gesalzener Fisch in Öl ist ein feines Mittagessen für uns – nicht für die Katzen 🙂

Die Überfahrt dauert nicht lange.

Bevor wir auf der Insel die Strasse nach Norden nehmen machen wir Pause und nehmen ein erfrischendes Bad – denn die Temperatur ist gestiegen!

Zum ersten mal sehen wir Agaven und der Blick auf das weite Meer ist offen – keine Insel mehr in Sicht.

Eine Naturstrasse führt hinunter zum Meer – dort finden wir auch eine gute Stelle für unser Zelt. Die Nacht is klar und der Sternenhimmel grandios, weil hier kaum Fremdlicht vorhanden ist.

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Norden. Es ist ein Auf und Ab und je näher wir an die Nordspitze der Insel kommen, desto mehr Velo-Fahrer kommen uns entgegen. Die meisten mit Miet-Velos – sie machen wohl einen Tagesausflug.

Grün ist die Insel mit viel Wald. Mittendrin ist die Feuerwehr stationiert und es hat zahlreiche Hinweise betreffend Waldbrandgefahr.

Die Nordspitze ist eine Nationalpark. Eine Fähre hat es hier nicht – aber ein Schnellboot, das am nächsten Tag nach Dubrovnik fährt. Appartement mieten – Füsse hoch – und noch ein paar mal in der Bucht Baden. So geht das.

Das Schnellboot ist ein Katamaran und hat etwas Verspätung. Beim Einsteigen muss es schnell gehen und unsere Velos mit sammt Gepäck werden mit helfenden Händen an Bord gebracht. Drinnen sieht es aus wie in einem Flugzeug – inklusive Werbefilm über Dubrovink – und die Landschaft saust vorbei.

Autofähren sind uns lieber – doch zurückfahren über die Insel wollten wir nicht.

In Dubrovink bleiben wir nicht lange. Der Touristenrummel ist gross. Etwas südlich liegt Srebreno. Hier faszinieren uns alte verlassene Hotels in der Bucht.

Wie wir lesen, wurden diese im Krieg zerstört und sind nun eine andere Art von Touristen-Attraktion. Die Übernachtung am Strand unter dem Sternenhimmel ist wunderbar – einzig das Innenzelt haben wir aufgestellt wegen den Mücken.

Guten Morgen Meer!

Kroatien lassen wir nun hinter uns. Die Temperatur steigt heute gegen die 30 Grad und wir beschliessen in der Kühle des Morgens loszufahren.

Gegen Mittag erreichen wir Montenegro.

Weiter fahren wir erst gegen Abend – das ist zumindest der Plan. Essen, Schwimmen und die Wärme geniessen. Das ist unser neuer Rhythmus. Passt.

Good Energy – nette Leute

Fast sind wir am Eingang vorbei gefahren, denn die Strasse D8 erfordert hier wegen des Verkehrs viel Aufmerksamkeit.

Willkommen in der Good Energy Factory. Dalibor, der Besitzer, ist ein etwas komischer Kauz – irgendwie spannend (Genaueres will ich hier nicht ausführen … das würde den Rahmen sprengen ;-).

Nach dem er uns Schlafplätze in einen alten Container anbietet, bevorzugen wir es doch mit unserem Zelt zu campen. Zwischen Mandarinen und Feigenbäumen findet sich bald ein Platz.

Die Good Energy Factory ist so ein Zwischending: Campingplatz, Treffpunkt für Freunde, Spielplatz für Projekte. Wir fragen was zu tun sei – denn schliesslich sind wir ja als workaway Arbeiter hier. Dalibor erzählt etwas von Apps mit denen er besser gefunden werden will im Internet – im übrigen „do what ever makes you happy“.

Und das tun wir so: ein Bienenhotel bauen; im Garten arbeiten; eine Skulptur improvisieren (the spaceship that is not supposed to fly); kochen für die anderen und sich bekochen lassen; erfahren, was Dalibors Freunde so tun … und das alles in einer sehr angenehmen und entspannten Atmosphäre. Hier fliesst und entsteht gute Energie – ohne Hektik.

Per Velo besuchen wir den nächsten Ort Opuzen. Die Ruhe am Fluss und die Ausstrahlung des Dorfplatzes beeindrucken uns.

Am nächsten Morgen treffen wir Claudia und Alexandro beim Yoga an. Sie beide sind seit fast zwei Monaten hier als workaway Arbeiter und schon recht hineingewachsen in die Gemeinschaft.

Nach dem wir das Territorium auch noch mit unserer Flagge markieren (… sonst waren da nur Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark vertreten …) und uns mit hausgemachtem Rüebli-Orangen-Saft und Chicos feinem Rotwein stärken, zieht es uns nach etwa fünf Tage auch wieder weiter. Der Ort ist super – doch wir vermissen den Wind um die Nase.

Zelt abbrechen und auf Wiedersehen sagen und dann gehts wieder los. Schon bald erreichen wir über ein paar Kurven einen Aussichtspunkt und schauen zurück auf das weite Tal der Neretva.

Noch vor Dubrovink entschliessen wir uns nach Ston zu fahren. Eigentlich sind es zwei Orte: Mali Ston … da werden Austern gezüchtet … und Ston … da gibt es bestes Meersalz aus der eigenen Saline. Die beiden Orte sind verbunden durch eine alte Mauer, die hoch über den Hügel führt.

Mali Ston erreichen wir als erstes, und wir können der Verlockung nicht widerstehen: Austern probieren – und auch Olivenöl mit etwas Weinessig, Meersalz und Weissbrot … ausgezeichnet!

Unser Zeltplatz liegt etwas ausserhalb von Ston in der Bucht von Prapratno.

Unter alten Olivenbäumen schlagen wir unser Zelt auf. Im Hafen etwas weiter hinten fährt eine Fähre zur Insel Mljet … dorthin könnte die Reise weiter gehen.

Doch erst wollen wir heute die Mauer zwischen Ston und Mali Ston begehen. Ein wirklich imposantes Bauwerk. Wir brauchen etwa 1/2 Stunde für die steile Wanderung über viele Treppenstufen.

Zurück in Ston gibt es erst mal etwas zu Essen vom Bäcker. Wir lieben diese fettigen, teigigen mit Käse gefüllten Kuchen und Weggen. Mit einem Glas Weisswein hinterher ist das ein perfektes Mittagessen.

In Ston besichtigen wir die Burg und fahren danach über den Damm bei den Salinen raus nach Broce. Der kleine Strand ist ideal für das Mittagsbad … ein herrliches Leben hier.

Zeit zum Schreiben, Zeit zum Malen, Zeit zum Sein.

Split, Flusstal und Workaway

Wir nähern uns langsam einer grossen Stadt. Sogar einen Flughafen hat Split und auf dem Weg dahin kommen wir an unzähligen Orten vorbei, die alle eine kleine Burg haben – Kaštela.

Die Wetterprognose sagt Regen an. Wir entscheiden uns für eine kleine AirBnB Wohnung mitten in der Altstadt die sich in der ehemaligen römischen Festung befindet. Über die Jahrhunderte wurde das Innere umgestaltet.

In den engen Gassen bewegen sich nur Fussgänger und kleine Elektrotransporter. Sich mit aufgespanntem Regenschirmen in der Hand zu kreuzen, ist schon eine echte Herausforderung.

Den Angriff der Wikinger, die in gut organisierten Truppen die Altstadt fluten, überlebe wir erfolgreich. Ihr Schiff mit der Aufschrift „Viking Tours“ liegt noch den ganzen Tag imposant am Hafen. Am Fischmarkt bietet eine kleine Beiz den idealen Fluchtort und wir essen einfach und gut.

Die Besichtigung des Domes war schnell vorbei. Eine eindrücklich gemauerte Kuppel überspannt den eher kleinen Innenraum. Der Eingang zur Krypta mutet an wie das Innere einer Pyramide.

Aus Split hinaus ist die Fahrt anfangs etwas mühsam: grosse Strassen mit viel Verkehr. Wir entschliessen uns, von der Hauptstrasse weg zu fahren und einen Abstecher ins Landesinnere zu machen, was sich als goldrichtig herausstellt. Der Fluss Cetina fliesst durch ein grünes Tal und dann bald durch eine Schlucht. Für uns heisst das wieder mal den Berg hochstrampeln. Mit Gemütlichkeit schaffen wir dies jedoch problemlos und geniessen die tolle Aussicht.

Wir sind nun schon bald 1 1/2 Monate unterwegs. Ein Haarschnitt ist angebracht. Gut, dass Iren diese Kunst beherrscht.

Wieder am Fluss angelangt, finden wir eine Übernachtungsmöglichkeit bei einem Riverrafting Startort.

Über Nacht steigt das Wasser im Fluss ca. 1/2 Meter. Grund dafür is wohl der Regen der letzten Tage. Bevor es zurück geht ans Meer überwinden wir nochmals einen Bergrücken im Nationalpark Biokovo.

… und dann lockt schon wieder die schöne Küste.

Wir übernachten hinten am Strand von Igrane. Da war wohl mal ein Campingplatz geplant. Auf der neuen Aufschüttung spielen Buben Fussball.

Weiter nach Baćinska jezero – einem kleinen Seensystem, dass uns gleich nach Norwegen versetzt.

Ich warte auf Antwort von Dalibor. Bei ihm haben wir angefragt für einen Workaway Aufenthalt. Anfänglich schreibt er uns, er habe keinen Platz. Ich hake nach und poliere unser Online-Profil noch etwas auf – dann klappt es.

Nach einer kurzen Pause bei einem Bahnübergang (wir haben seit Wochen keinen Zug mehr gesehen) nahe bei Komin am Fluss Neretva erreichen wir am Abend die Good Energy Factory und sind gespannt darauf, was uns hier erwartet.

Lets work away …

Schlucht, Strand und Allerhand

Die Bergkette am Festland nimmt ihren Lauf, bis sie von Schluchten durchbrochen wird. Bei Starigrad Paklenika zieht es uns hinein.

Beim Wandern im Nationalpark gibt es ab und zu einen kleinen Regenguss … aber unser Velo-Rägemänteli ist auch dafür perfekt geeignet.

Bären mögen Regen wohl nicht – Schnecken dagegen wohl schon.

Vorbei an Lagunen mit Muschelzucht fahren wir anschliessend über eine Hochebene – da hat es wohl vor nicht all zu langer Zeit gebrannt.

Dann runter in ein Flusstal – Fastfood zum Zmittag mit schöner Aussicht in Obrovac.

Die Bäuche voll gehts wieder hoch … wir fahren nicht mehr lange und lagern unter Pinien.

Das sind prächtige Bäume. Hier auf der Anhöhe vom Wind zerzaust. Das Harz riecht intensiv und wurde früher auch als Brennstoff für Lampen verwendet.

Unser nächstes Ziel ist Pokastane – wieder am Meer. An einem grossen See vorbei erreichen wir den Ort schon kurz nach dem Mittag. Wir finden einen kleinen Campingplatz, der uns mehr zusagt als die riesigen Anlagen. Die Gäste sind fast ausschliesslich ältere Deutsche und Östereicher mit Wohnmobil. Unser Zelt wirkt etwas fremd. Die Leute sind jedoch sehr kontaktfreudig und hilfsbereit.

Am nächsten Tag erleben wir im Dorf ein spezielles Spektakel: Ich habe gerade eine Pizza bestellt, da sagt Iren: „Jetzt ist da gerade ein Auto über die Hafenmauer ins Meer gefahren“. Tatsächlich. Ein parkierter Wagen, bei dem wohl die Handbremse nicht angezogen war, rollt auto mobil nach vorne und schwups ins Meer.

Viele Schaulustige sind im nu versammelt und es braucht auch nicht lange, bis ein Kran und ein Taucher erscheinen. Die Bergung beginnt.

Nach kurzer Zeit ist das Auto wieder aus dem Meer gehievt. Ich bin gerade fertig geworden mit dem Essen, da war der Spuk schon wieder vorbei.

In Pakostane wird der Strand jedes Jahr hergerichtet = Kies herangekarrt und mit dem Bagger verteilt.

Uns gefallen die natürlichen Strände besser – auch wenn sie felsig sind.

Unsere Reise geht weiter in Richtung Süden. Die Küstenstrasse ist zwar etwas stärker befahren – die Aussicht aber immer wieder phänomenal. Ortschaften bestehen hier bisweilen nur aus Ferienhäusern. Appartmani in Appartmanistan 🙂

Der Strand ist meist frei zugänglich und so verlockend, dass wir es kaum schaffen bis Mittag Velo zu fahren.

Schwups hinein ins blaue Meer. Mit und ohne Taucherbrille ist es ein Genuss.

In einem kleinen Hafen treffen wir auf einen Hund, der ganz wild danach ist nach Steinen zu tauchen. Immer wieder fordert er uns mit lautem Bellen auf, einen Stein für ihn ins Wasser zu werfen – und er bringt auch irgendeinen einen Stein zurück. Unermüdlich.

Unser Campingplatz für die Nacht ist wieder ein kleiner. Die Geschirrspühlbecken sind improvisiert aus alten Küchenspühlen. Mir gefällt das viel besser, als die perfekten Installationen in den **** Anlagen.

Am nächsten Tag sind wir nach dem Mittagessen unterwegs und fahren gerade um eine Kurve da höre ich jemanden aus einem Lautsprecher sagen: „Safir, umkehren und ein Glas Wein trinken“. Die Stimme gehört Stephan. Meinen Namen wusste er von Iren, die hinter mir fährt. Die Einladung zu einem Glas Wein nehme ich gerne an. Sowohl der halbtrockene wie auch der trockene Wein schmecken gut. Stephan berichtet uns von seinen Reisen in die Schweiz. Engelberg besuchte er schon mehrmals. Er hat da Freunde und geht mit seiner Familie Ski-Fahren.

Stephan rät uns ein Stück von der Hauptstrasse weg zu fahren. Unten am Meer führt eine kleine Naturstrasse um die Halbinsel – da können wir problemlos unser Zelt aufstellen.

Da sind wir jetzt und erwarten den Abend.

Weiter vorne gab es einen Kiesstrand – natürlich angeschwemmt – paradiesisch.

Es ist Zeit, um noch ein Glas Wein zu trinken. Uns geht es ausgezeichnet. Zum Wohl!

Über Rab zurück ans Festland

Die Fähre bringt uns am Abend von Krk auf die Insel Rab nach Lopar. Ein Sandstrand mit Campingplatz – das ist hier in Kroatien doch eher selten. Der Sand liegt zum Teil noch auf der Promenade. Ein paar Arbeiter schaufeln von Hand und mit einem kleinen Bagger die Substanz des „Paradise Beach“ wieder zurück.

Die Bergkette am Festland visa a vis leuchtet in der untergehenden Sonne.

Am nächsten Tag ist der Himmel blau und wir wandern über Kalkgestein empor und folgen einem 1930 erstellten Wanderweg bald über eine kleine Hochebene.

Auf der anderen Seite der Erhebung führt der Weg einen Waldpfad entlang wieder hinunter ans Meer. Sehr gepflegte Häuser und eine traumhafte Aussicht.

Zurück auf dem Campingplatz schaue ich dem Papelschnee zu – weisse Flocken tanzen im gleissenden Sonnenlicht.

Wir treffen die drei Jungen Leute aus Zürich wieder, die uns schon auf der Fähre begenet sind. Sie geniessen das flache Wasser am Sandstrand und toben sich aus – Lebensfreude.

Am nächsten Tag führt unsere Reise weiter in Richtung Südspitze von Rab. Von dort aus fahren wir mit der Fähre zurück ans Festland.

Zwischendurch gönnen wir uns eine fürstliche Vorspeise in einem Restaurant. Wirklich ausgezeichnet hat das geschmeckt!

Die Gegend im Süden von Rab wirkt wüstenhaft – und doch überrascht uns ein wenig Regen.

Im Hafen wird an einer Erweiterung gearbeitet. Baumaschinen wirken wie in einer Mondlandschaft.

Am Festland angekommen ist der Aufstieg bis zur Panoramastrasse sehr anstrengend. Die Weiterfahrt entlang der Strasse belohnt uns aber für die Strapazen.

Das Kalkgebirge ragt imposant auf. Zwischen den schroffen Felsen wächst vielfältiges Grün. Diese Berge waren Kulisse für „Schatz im Silbersee“ – wir bleiben jedoch an der Küste. Eine Wanderung ist für später geplant.

In Karlobag machen wir Pause und warten, bis sich die schwarzen Wolken etwas verziehen.

Schreiben tun wir in einem Kaffee am Hafen. Der Kaffee ist OK – die Musik weniger …. uns zieht es weiter.